Kalt wie Stein? Nein! Steingärten wirken alles andere als kalt: Sie geben dem Garten Halt und Charakter, lassen erkennen, wie schön von Fels und Kies geprägte Landschaft wirken kann, lassen den dazwischen blühenden und wachsenden Pflanzen besonders viel Raum, um aufzufallen. Vielleicht fließt auch ein kleiner künstlicher Bach durch die von Menschenhand geformte Bergwelt am eigenen Zuhause? Auch in Japans Gartenanlagen kennt man den Steingarten, sehr viel strenger gestaltet als etwa in Europa. Staunen Sie selbst, welch einzigartige Naturräume sich mit Hilfe von Steinen entwerfen lassen. Auch Steingärten sind Wohlfühlgärten.

Hat man sich erst einmal für einen Steingarten entschieden, so folgen weitere Entscheidungen: Vielleicht setzt man nur einige große Findlinge zwischen Stauden wie den Polsterphlox oder die Blaukissen? Moosartige Stauden wie das Sternmoos könnten zusammen mit Kieseln eine einheitliche Fläche unterschiedlicher Farbe bilden oder aber das Sternmoos erobert eine kleine Halde. Eventuell türmt man schroffes Gestein zum künstlichen Gebirge, lässt dort beispielsweise Silberwurz wachsen und einen Bach durchfließen. Gut sieht auch ein so genannter Steppengarten aus, verziert mit Ziergras. Und sehr radikal sind vor allem japanische Steingärten, die gänzlich auf Wasser und höher wachsende Pflanzen verzichten. Aber auch im Allgemeinen gilt: Weniger an Bepflanzung ist oft mehr im Steingarten. Und das Wenige kommt so am besten zur Geltung. Bringen Sie nicht zuviel Unruhe in diesen Garten. Gerade das Schlichte, Einfache zeichnet ihn aus, lässt das Auge ohne Hast schauen, sorgt dafür, dass man zur Ruhe kommt, den Alltag abschüttelt. Gut für den Steingarten taugen etwa die Zwergbergkiefer als Gehölz oder ein Gartenbonsai. Insbesondere Farne eignen sich für den schattigen Steingarten. Weitere Pflanzen für diesen Gartenstil sind etwa Enzian, Seifenkraut und Fetthenne, aber auch mit winterharten Kakteen kann stilvoll gestaltet werden. Als Gestein sollten Sie für Ihren Steingarten nicht zu viele Steine gleicher Größe auswählen: Das sieht schnell eintönig aus. Findlinge sollten etwas in den Boden eingelassen werden, sodass das Gesamtbild natürlicher wirkt. Nicht der ganze Garten muss zwangsläufig als Steingarten gestaltet werden, um ein harmonisches Gesamtbild zu erzeugen. Sie können sich beispielsweise für ein mit einer kleinen Steinmauer umfasstes Hochbeet entscheiden, in dem Sie Ihren Steingarten realisieren, während im übrigen Bereich andere Elemente dominieren. Oder Sie geben ihm auf einem Hügel Raum, der zu Ihrer höher gelegenen Terrasse führt. Solche Steigungen verstärken den Eindruck von Bergwelt. Viel Arbeit fällt mit Steingärten meist nicht an; konzentrieren Sie sich deshalb ganz darauf, die Schönheit des Gestalteten zu genießen. |